Das Hexenbuch

Weibliche und männliche Elemente im Hexenkult:

In der letzten Eiszeit tauchen zahlreiche Frauenstatuetten auf, üppig geformt, oft schwanger, und auch viele Felsreliefs zeigen ähnliche Darstellungen. Man denke etwa an die berühmte "Venus von Willendorf" oder an die "Venus von Laussel" mit ihrem Rinderhorn. Auch die Profanen Historiker und Anthropologen haben aus dem starken Überwiegen weiblicher Figuren gegenüber männliche Gestalten auf einen matriachailischen, Kult geschlossen, bei dem das weibliche das männliche Element deutlich Überwog. (Ähnliche Überlegungen find sich beispielsweise auch in der Matriarchatsdiskussion innerhalb der heutigen Frauenbewegung.) Erst sehr viel später sollen, vor allem mit dem Aufkommen jüdisch- christlicher Traditionen, patriarchalische, männlichkeitsorientierte Vorstellungen den Mutter- und Göttinnenkult abgelöst haben.

Bei genauer Untersuchung zeigt sich auch, dass es sowohl mit dem männlichen Geschlecht als auch mit dem monotheistischen Ausschließlichkeitsanspruch beispielsweise des biblischen Gottes gar nicht so weit her ist. Das Buch Genesis bezeichnet den Schöpfergott als ELOHIM. Al (=El) ist die hebräische Wurzel für "das Göttliche, von Gott kommend", doch handelt es sich bei ELOHIM um eine weibliche Pluralform! Es deutet also vieles darauf hin, dass die Gottheit ursprünglich zweigeschlechtlich ( auch "androgyn" genannt) gesehen wurde. Wir wissen auch aus alten Überlieferungen, dass die Anhänger des syrischen Baalskults ihren Gott mit den Worten anzurufen pflegten "Erhöre uns,Baal! Ob du Gott seihst oder Göttin!" Androgyne Gottheit finden sich weltweit, Mithras wurde gelegentlich als zweigeschlechtlich bezeichnet, ebendso der griechische Hermes beziehungsweise der römische Merkur. Das gleiche gilt für Dionysos, der auch die Bezeichnung Diphues trug, was "zweigeschlechtlich" bedeutet. Venus als auch Astarte wurden nicht nur in weiblicher Form allein verehrt sondern gelegentlich auch in mannweiblicher, bärtiger Form.

Die Vorstellung von einer zweigeschlechtlichen Schöpfergottheit ist also urlat. In Lelands Aradia freilich wird von allem die Rolle der Göttin als ursprünfliches Wesen vor der Schöpfung betont "Diana wurde erschaffen vor aller Schöpfung; in ihr waren alle Dinge; aus sich selbst heraus, aus der ersten Finsternis, teilte sie sich; in Finsternis und Licht wurde sie geteilt. Luzifer, ihr Bruder und Sohn, sie selbst und ihre andere Hälfte, war das Licht"

Wie allgemein beim Problem der Geschichte des Hexenkults gibt es also auch in diesem Punkt keine eindeutige Klarheit, nicht einmal unter uns Hexen selbst. Die Tatsache, dass sich Darstellung des Gehörnten Gottes und der Großen Göttin, wie wir sie verstehen, bereits in grauer Vorzeit finden lassen, stellen alleine natürlich noch keinen wirklichen Beweis für das hohe Alter unsere Religion dar. Und es ist auch kein Geheimnis, dass ein Großteil des heutigen Hexenkultes erst durch die in England lange nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzende Wicca- Bewegung entstanden ist. Letztenendes sind jedoch alle Hexen der Meinung, dass sich der Wert eines Rituals oder gar eines ganzen Kultes nicht allein an seinem- echten oder vermeintlichen- hohen Alter bemessen lässt. So uralt der Hexenkult höchstwahrscheinlich auch sein mag, muss er doch stets aufs neue durch die unmittelbare, persönliche Praxis belebt werden. Skeptiker sei gesagt, dass es nie wirklichen Stillstand geben kann und dass man es auch mit dem Hexenkult zugestehen muss, dass er sich weiterentwickelt. Tatsächlich ist die Frage nach der historischen "Wahrheit" im akademischen Sinne für jede echte Hexe völlig unerheblich: Was für uns vielmehr zählt, ist die magische, die mythische Wahrheit.

 

Die Ausrüstung der Hexe (Die magischen Waffen):

Die Symbole der Hexen:

Das Grundritual des Hexenkultes:
Die Jahresfeste:
Das Buch der Schatten:
Hexenhochzeit:
Geburt: Hexentaufe:
Tod: Das Ritual der Abschiedsnahme:
Kleines Hexen-ABC:
Liebeszauber:
Freundschaftszauber:
Glückszauber:
Kleines Lexikon der Glückssteine
Kerzenrituale:
Mondphasen:
Himmelsrichtungen und ihre Einflüsse:
Hexenkräuter: