Die TarotKarten

 

 

Der Narr

Von allen, die auf Erden ich gekannt, ich nur zwei Arten Menschen glücklich fand: Den, der der Welt Geheimnis tief erforscht, und den, der nicht ein Wort davon verstand. ( Omar, der Zeltmacher )Einer der Weisen im Tarot, und nicht nur dort, ist der Narr. Der Narr lässt sich nicht bewerten, deshalb trägt er die Zahl 0. Das Urteil anderer kümmert ihn nicht. Noch nicht einmal der Abgrund vor ihm kümmert ihn, denn der kommt erst beim nächsten Schritt. Als Narr wird in unserer nach Leistung, Konkurrenz und Sicherheiten orientierten Gesellschaft jemand beschimpft, der im Hier und Jetzt lebt, der das Morgen auf sich zukommen lässt, weil er weiß, dass das Morgen ebenfalls dann zum Jetzt geworden ist. Versuchen sie einmal durch die Stadt, in der sie leben, zu gehen und dabei zu singen, zu tanzen, zu lachen und sie werden sehr merkwürdige Reaktionen auf ihr "narrenhaftes" Verhalten ernten. Wenn sie es wirklich ausprobieren möchten, tun sie es in einer Stadt, in der sie fremd sind.
Und doch gibt es eine Zeit im Jahr, in der es legitim ist, ein Narr zu sein, wo man unter Umständen sogar unangenehm auffällt, wenn man keiner ist. Der Karneval. Und es ist sehr wichtig und gut, dass es diese Zeit gibt, in der man all das herauslassen kann, was man vielleicht das ganze Jahr über unterdrücken musste.
Ihr Unbewusstes sagt Ihnen mit dieser Karte: Genieße das Jetzt, den Ist-zustand. Freue dich an dem was du bis jetzt erreicht hast. Warum daran denken, was daraus werden kann, das ergibt sich von alleine.
Leicht übersehen wir, dass wir gar keine andere Möglichkeit haben, als im Jetzt zu leben, weil es nur das Hier und Jetzt gibt. Die Vergangenheit ist vorüber und die Zukunft kommt von alleine, sie ergibt sich aus dem Jetzt. Denn im Jetzt gestalten sie ihr Morgen. Das Morgen ist das Ergebnis ihrer heutigen Gedanken und Handlungen.
Der Narr ist auch Sinnbild für die Unschuld. In vielen Märchen ist es der Unschuldige, der vermeintliche Tollpatsch, der die Königstochter bekommt und König wird.

Pos. Sugg.: Ich lebe im Hier und Jetzt. Ich habe Vertrauen, hier und jetzt. Ich bin der Meister meines Lebens.

Der Magier

Aus dieser Karte strahlt eine große Kraft. Umkränzt von Blumen steht ein Mensch vor gelbem, lichten Hintergrund. Vor ihm ein Tisch mit den vier Symbolen des kleinen Arkanum, dem Schwert, dem Stab, der Münze und dem Kelch.
Diese Gegenstände sind auch als Symbole für die vier Elemente Erde, Feuer, Luft und Wasser zu verstehen. Über einem weißen Unterkleid trägt er ein rotes Gewand, eine Schlange, die sich in den Schwanz beißt, ist sein Gürtel. Mit seiner linken Hand deutet der Magier zur Erde, mit der rechten Hand zum Himmel. In der rechten hält er einen weißen Stab. Über seinem Kopf die liegende Acht, das Zeichen der Ewigkeit und der ewigen Wiederkehr. Betrachtet man diese liegende Acht wie zwei Zauberspiegel, so ist sie Symbol für die Gegensätze, die sich aufheben, für die Erkenntnis, dass Freund und Feind göttlich sind. Das Göttliche drückt sich in jedem Menschen aus.
Es heißt in der Bibel :"In meines Vaters Haus sind viele Räume." Der Magier hat das verstanden und akzeptiert. Das macht ihn frei.
Der Magier ist der "Schöpfer" im Tarot, jemand, der sich all seiner Fähigkeiten vollkommen bewusst ist, der seine Eingebungen (das was von oben kommt) realisiert, auf den Boden der Tatsachen bringt. Das Weiß seines Untergewandes deutet darauf hin, dass er der weiße Magier ist, der seine Kräfte kreativ und positiv einsetzt. Das Rot seines Umhangs und der Blumen zeigen seine Verbindung zur Realität und seine Energie.
Ziehen sie diese Karte, dann sehen sie, dass der Magier sie auf das Gesetz "Wie oben, so auch unten" hinweist. Auch spricht er von einer Zentrierung zwischen oben und unten, dem Geist und der Materie. Vor dem Magier liegen die Elemente, die auch ihre Persönlichkeitsanteile darstellen. Sie sollen alle ihre Anteile akzeptieren, wissen, dass sie da sind. Denn wenn wir etwas verdrängen, gewinnt es Macht über uns. Wenn wir es annehmen, können wir bestimmen wann wir was einsetzen. Der Magier vertraut in eine höhere Energie, tun Sie das auch. Öffnen sie sich voller Vertrauen und der Erfolg ist ihnen gewiss.
pos. Sugg.: ich bin ein Geschöpf des lebendigen Gottes. Voller Vertrauen in diese Schöpfung, nehme ich dankbar an, was mir gegeben ist.

Die Hohepriesterin

Die Hohepriesterin sitzt in einem hellblauen Gewand zwischen einer schwarzen und einer weißen Säule. Zu ihren Füssen die Sichel des zunehmenden Mondes. Ihr Kleid scheint unten zu Wasser zu werden. Sie trägt eine Krone, bestehend aus drei Mondphasen: Dem zunehmenden Mond, dem Vollmond und dem abnehmenden Mond. Über der Brust trägt sie ein weißes Kreuz, in ihren Händen hält sie die Tora. Hinter ihr erkennt man einen mit Palmen und Granatäpfeln geschmückten Vorhang.
Sieht man zwischen den Säulen und dem Vorhang hindurch, erkennt man Wasser und eine weit entfernte Bergkette. Erscheint die Hohepriesterin in ihren Karten, so heißt das, dass eine Weisheit in Ihnen aktiviert ist, die älter als der Intellekt ist. Es ist die Karte der Intuition.
Auf die von ihnen gestellte Frage, sagt das Tarot ihnen, sie sollen sich entspannen und auf ihre inneren Ratgeber hören, ihrem Gefühl folgen, ihren Träumen Bedeutung beimessen. Ist der Magier die Karte des Tages, so ist die Hohepriesterin die Karte der Nacht. Sie ist rezeptiv, intuitiv, sie vermittelt das Weibliche. Auch weist die Tora auf höhere, geheime Gesetze hin. Die Farben schwarz und weiß können auf die zwei Seiten ihres Lebens hindeuten. Diese Dualität wird sie im Übrigen in irgendeiner Form durch das ganze große Arkanum begleiten. In gewisser Weise deuten die Granatäpfel als Symbol für das Weibliche und die Palmen, als Symbol für das Männliche Prinzip ebenso darauf hin. Die Hohepriesterin sitzt ruhig in der Mitte und gibt diesen Kräften das Gleichgewicht. Sie sagt ihnen damit, beides zu akzeptieren, es ist sowieso alles einem ewigen Wandel unterzogen, das zeigen die verschiedenen Mondphasen. Im Moment ist es gut für sie, die Gesetze der Natur zu beobachten. Ihrer eigenen Natur und die anderer.
pos. Sugg.: Ich entspanne mich ich schaue, höre und fühle nach innen.

 

Der Herrscherin

Inmitten einer fruchtbaren Landschaft sitzt die Herrscherin auf ihrem weichen Thron. Ihr weißes Kleid ist mit Granatäpfeln verziert, sie trägt eine Krone aus 12 weißen Sternen, von ihrer Perlenkette sind neun Perlen zu sehen, in ihrer rechten Hand hält sie ein Zepter mit einer Kugel.
Der Schild der Herrscherin hat die Form eines Herzens mit dem Venus-Symbol.
Die Kugel auf dem Zepter der Herrscherin ist Symbol für das Weibliche, sowie für die alles gebärende Erde. Die Sterne ihrer Krone stehen für die zwölf Tierkreiszeichen, die neun Perlen ihrer Kette für die Planeten. Sie steht also unter einem starken Schutz.
War die
Hohepriesterin die Karte der intuitiven Erkenntnis, so ist die Herrscherin das Symbol für die Erkenntnis durch emotionale Erfahrungen. Es ist die Karte der Sinnlichkeit, der Leidenschaft, des Genießens, der Fülle, der Erotik und der Emotionalen Erfahrungen.
Genießen sie alles, was sie tun. Viele spirituellen Lehrer lehren, dass der Weg zur Erleuchtung, ein Weg der Askese ist. Es mag ein Weg sein. Sie leben aber auf diesem Planeten, in dieser Gesellschaft und in dieser Kultur. Erst wenn sie möglichst viel davon erleben, werden sie den Sinn dahinter ent-decken. Dann wird es zur Erfahrung, sonst bleibt es eine Vorstellung im Kopf.
Die Karte erzählt von Überfluss, von Wachstum, von Harmonie. Sie ist auch das Symbol der "Grossen Mutter" und der fruchtbaren Erde. Lassen sie sich von ihrem Herzen leiten, spüren sie ihre ursprüngliche, sinnliche Natur und sagen sie ja zu ihrer Liebe für alles Schöne. Lassen sie ihre alltäglichen Verrichtungen zu einer Meditation werden. Wenn ihnen das gelingt, dann brauchen sie sich keine " Extrazeiten " zu nehmen, in denen sie meditieren. Denn so ist ihr ganzes Leben Meditation.Sie befinden sich in einem kreativen Stadium ihres Lebens. Diese Karte wurde schon viel von Menschen gezogen, die einen starken Kinderwunsch hatten, aber auch von solchen, die sich nach einer solchen nährenden, versorgenden Mutter sehnen.
pos. Sugg.: Ich genieße mein Leben in allen seinen Teilen. Ich lausche der Stimme meines Herzens. Alles fließt.

Der Herrscher

Welch Gegensatz zu der vorangegangenen Karte. Besser kann man wohl die Dualität kaum darstellen. Der Herrscher sitzt auf steinernem Thron inmitten der Berge.
Der Thron wird von Widderköpfen verziert. Man kann sehen, dass der Herrscher eine Rüstung trägt, irgendwie wirkt er selbst versteinert. Zepter und Reichsapfel, die Insignien seiner Macht, hält er fest in seinen Händen. Schwer scheint die Krone auf seinem Kopf zu lasten. Seine Haare und sein Bart deuten auf sein hohes Alter hin.
Die Widder und die Haltung des Herrschers deuten auf eine "mit dem Kopf durch die Wand" Philosophie hin. Der eiserne Wille herrscht. "Das muss ich unbedingt erreichen." Menschen, die nach dieser Maxime leben, sind oft einsam, leben wie der Herrscher umgeben von Steinen, den Fluss des Lebens haben sie weit hinter und unter sich gelassen. Aber er ist noch sichtbar.
Es ist auch die Karte der blockierten Gefühle. Der Herrscher erlaubt sich keine Gefühlsregung, er wirkt kalt und starr, fast schon tot. Sie werden es schon bemerkt haben. Wenn der Herrscher erscheint, heißt es :aufpassen. Es kann sein, dass sie sich gerade mit einer Autorität auseinandersetzen müssen, wahrscheinlicher aber ist, dass sie sich gerade, aus welchem Grund auch immer, in sich zurückgezogen haben. Vielleicht haben sie Angst, verletzt zu werden, oder etwas zu verlieren, deshalb die Rüstung. Vielleicht haben sie sich auch in ihren Schmollwinkel zurückgezogen und verbrauchen ihre Energie für ihren Trotz. Geben sie sich die Möglichkeit ihre Gefühle auszudrücken und sie werden erfahren, wie sie dadurch die Situation verändern.
Verschaffen sie sich Bewegung, tanzen sie, joggen sie, tun sie irgendetwas körperliches, damit die angestauten Energien wieder ins Fliessen kommen.
pos. Sugg.: Ich öffne mich dem Leben, und darf meine Lebendigkeit spüren. Ich schaffe nun Klarheit und erinnere mich an meine natürliche Stärke.

Der Hierophant

Auch hier sehen wir wieder das weiße Untergewand und den roten Umhang, aber auch die Farbe Blau wird am unteren Ende des Kleides sichtbar. (Reinheit, Energie, Intuition) Der Hohepriester trägt eine dreifache Krone und sein Stab endet in einem dreifachen Kreuz, drei Finger seiner rechten Hand zeigen nach oben. Die Drei ist eine stabile Zahl. Ein Tisch mit drei Beinen wackelt nicht. Die Drei steht auch für drei Bewusstseinsebenen des Menschen : Überbewusstsein, Bewusstsein und Unbewusstes, oder für das Freudianische Modell: Überich, Ich, Es.
Die Säulen, zwischen denen der Hohepriester sitzt, sind grau, im Gegensatz zu denen der
Hohepriesterin. Das heißt, die Dualität des Lebens (schwarz und weiß) wird hier nicht erkannt, oder ist aufgehoben. Alles ist Eins, es gibt kein Gut und kein Böse, es gibt nur das, was ist.
Im Gegensatz zum
Herrscher hält der Hohepriester den Stab der Macht in der linken Hand, das heißt, seine Macht kommt vom Herzen.
Der Hohepriester ist der spirituelle Lehrer des Tarot.
Dadurch wird diese Karte zu einem Hinweis, dass sie auf einem spirituellen Weg sind, der für ihre Ent - wicklung von großer Bedeutung ist. Dass es sich um einen Lehrer handelt, zeigen auch die beiden Menschen zu Füssen des Hohepriesters, ebenso die zwei gekreuzten Schlüssel zu seinen Füssen und zwischen den Schülern. Die Rosen und die Lilien auf den Gewändern der beiden Schüler bedeuten Liebe und Reinheit.
Die Haltung der rechten Hand weist auf unser höheres Selbst hin, auf unser Überbewusstsein, und damit darauf, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die wir mit unseren beschränkten Möglichkeiten nicht wahrnehmen können.
Irgendwann in unserem Leben müssen wir uns aber von jedem Lehrer lösen und unseren eigenen Weg gehen, denn sonst verfallen wir in Abhängigkeiten. Leider ist es oft diese Angst vor Abhängigkeit, durch die wir oft verhindern, uns einem spirituellen Lehrer zuzuwenden. Ein hoch entwickelter Lehrer wird seine Schüler von einem bestimmten Zeitpunkt an wegschicken, um ihnen die Loslösung zu erleichtern. Und dies ist vielleicht der größte Liebesdienst, den er ihnen erweisen kann.
Überprüfen sie, inwieweit sie irgendwelchen Dogmen oder Lehren verpflichtet sind. Es kann sein, dass vieles von dem, was früher für sie sinnvoll war, seine Gültigkeit verloren hat. Glaubenssätze verändern sich im Laufe der Zeit,  und das ist gut, denn sonst würden wir stehen bleiben.
pos. Sugg.: Ich öffne mich meinem Höheren Selbst. Ich bin auf dem richtigen Weg.

Die Liebenden

Eine nackte Frau und ein nackter Mann werden von einem Engel gesegnet. Die beiden reichen sich die Hände. Der Mann schaut zur Frau, die Frau zum Engel. Hinter dem Mann steht der Baum des Lebens, dessen Früchte als Flammen dargestellt sind. Hinter der Frau der Baum des Wissens, die Schlange dort als Symbol unbewusster Weisheit, sowie für Sexualität als eine Kraft zur Erleuchtung. Zwischen den beiden steht ein einzelner Berg.

Hier sehen wir wieder drei Bewusstseinsstufen des Menschen abgebildet. Das Bewusste, dargestellt durch den Mann, das Unbewusste, dargestellt durch die Frau und das Überbewusstsein, dargestellt durch den Engel. Erst dadurch werden wir ganz. Nach einer Mythologie waren die Menschen in alten Zeiten beides, nämlich jeder Mensch war männlich und weiblich. Da Zeus Angst davor hatte, dass die Menschen so zu mächtig werden könnten, trennte er diese beiden Anteile mit einem Donnerkeil. Seitdem ist nun jeder Mensch auf der Suche nach seiner anderen Hälfte. Insofern ist diese Karte auch ein Hinweis auf eine Seelenverwandtschaft, oder die "große Liebe".

Auf der physischen Ebene sind Mann und Frau notwendig, um das Fortbestehen der Art zu garantieren. Auf der geistigen, spirituellen Ebene ist es notwendig, dass sich die beiden Teile, Verstand und Intuition, Intellekt und Intelligenz des Herzens, vereinen, um zu höherem Bewusstsein zu gelangen.
An den Blicken der beiden dargestellten Menschen erkennt man, dass der Weg zum höheren Selbst über das Unbewusste führt, denn nur die Frau erkennt das höhere Selbst. Viele erinnert diese Karte auch an die Darstellung des Paradieses, an Adam und Eva. Die biblische Darstellung des Sündenfalls gab Eva die grössere Schuld, weil sie Adam verführte. Daraus entstand die Behauptung, die sich sehr lange hielt, die Frau sei von Triebhaftigkeit beherrscht und der Mann von Vernunft. Körperliche Leidenschaften wurden daher verdammt und kontrolliert. Diese Anschauung diente natürlich einer repressiven Politik. Der Weg des Tarot ist aber der Weg der Befreiung. Die beiden Menschen sind nackt dargestellt. Für uns ein Hinweis unsere Körperlichkeit anzunehmen, alles zu geniessen, was dieser Körper uns bietet.
Wie der Engel, so müssen auch wir selbst Geist und Körper vereinen ( ein Berg ). Erst, wenn wir diese Anteile unserer Persönlichkeit lieben, können wir die Liebe eines anderen Menschen wirklich erfahren, denn niemand kann erwarten geliebt zu werden, wenn er sich selbst nicht liebt.
pos. Sugg.: Ich lasse alle meine Handlungen und alle meine Gedanken von Liebe durchströmen.

 

Der Wagen

Die Sieben ist von jeher eine heilige Zahl. Es ist die Zahl der Vollendung. In der Karte des Wagens finden wir alle Symbole der vorangegangenen Karten wieder, was darauf hinweisen mag, dass das Tarot hier zu einem gewissen Abschnitt gelangt ist. Sie erkennen den Stab des Magiers in der rechten Hand des Wagenlenkers, den Vorhang der Hohepriesterin und ihre beiden Säulen, dargestellt in den zwei Sphingen. Das Wasser und die grüne Landschaft der Herrscherin, ebenso das leuchtende Quadrat auf der Brust als Symbol für seine, allerdings kontrollierte, Sinnlichkeit.
Die weißen Sterne auf dem Vorhang und die Darstellung der Tierkreiszeichen auf seinem Gürtel haben ebenfalls Verbindung zur Herrscherin. Die bewehrte Stadt deutet auf den
Herrscher hin. Die mondhaften Gesichter seiner Schulterplatten sollen dem Hohepriester von Jerusalem gehört haben. Die Anordnung der Sphingen und des Wagenlenkers ähnelt der der Liebenden.
Diese Karte steht oft für einen neuen Anfang. Die Zahl Sieben deutet ebenso darauf hin, wie der zur Abfahrt bereite Wagen. Es heißt, alle sieben Jahre beginnt im Leben eines Menschen ein neuer Abschnitt, alle sieben Jahre hat sich der Körper erneuert.  Die Karte sagt uns, dass der Mensch in der Lage ist, alle Bereiche seiner Persönlichkeit zu kontrollieren. In dem Wort Kontrolle steckt aber auch schon die Gefahr der Erstarrung. Kontrolle schneidet uns allzu oft von den wesentlichen Dingen ab. Die beiden Sphingen scheinen auch nur vor dem Wagen zu liegen, ohne eine Verbindung zu ihm zu haben. Man sieht weder Zaumzeug noch Zügel. Der Wagenlenker steht somit über den Dingen, was ebenfalls zur Gefahr werden kann. Selbstüberschätzung hat schon Manchem geschadet. Sehen wir die beiden Sphingen wieder als Symbole für unseren Intellekt und unser Unbewusstes, so fällt auf, dass beide in verschiedene Richtungen schauen, sich also nicht einig zu sein scheinen.
Erscheint diese Karte nach ihrer Frage, so heißt sie auch, dass sie eine Situation dank ihrer starken Persönlichkeit erfolgreich kontrollieren, dass diese Situation aber auch Widersprüchlichkeiten aufweist. Sie haben alle Fähigkeiten, die sie brauchen, um die Situation zu meistern.
Sie steht auch für den jungen Menschen, der von seinen Fähigkeiten weiß, aber sich noch nicht recht traut, die schützenden Mauern seiner Kindheit wirklich zu verlassen.
pos. Sugg.: Ich vertraue auf meine Fähigkeiten, so ist mir der Erfolg gewiss.

 

Die Kraft

Die Farbe des Hintergrundes, die Blumen, die Farbe des Gewandes und die über dem Kopf liegende Acht weisen auf den Magier hin. Hier haben wir also in gewisser Weise den weiblichen Magier, die weiße Frau vor uns, die Verbindung zur Herrscherin ist ebenfalls nicht zu übersehen. Legen sie einmal alle drei Karten nebeneinander.
In der Kraft werden der Magier und die
Herrscherin vereint. Der Löwe steht für die Leidenschaften, die animalischen Triebe, aber auch für die Kraft Gottes, die wiederum durch Jesus symbolisiert wurde. Hat der Mann im Wagen durch Kontrolle gebändigt, so bändigt diese Frau durch liebevolles Behandeln. Die Frau demonstriert ihnen, durch innere Ruhe und innere Stärke heraus mit ihren Gefühlen und Leidenschaften sinnvoll umzugehen. Diese Frau nimmt diesen "wilden" Teil von sich an und dadurch freundet sie sich mit ihm an. Sie weiß, dass alles, was wir "bändigen" wollen oder bekämpfen, sich irgendwann gegen uns richtet. Dass diese Kraft bereits gebändigt ist, wird durch das Zuhalten des Maules des Löwen verdeutlicht. Der Löwe kann aber auch all unsere Ängste und geheimsten Wünsche repräsentieren. Dann erinnert mich die Karte an jemanden, der nach außen den Unschuldigen und Reinen mimt und permanent damit beschäftigt ist, diese Energien, die von innen nach außen drängen, zu unterdrücken. Das ist dann auch jemand, der dies bei anderen verurteilt, oder voller gut gespieltem Entsetzen und Entrüstung die rot unterstrichenen Zeilen unserer Boulevardpresse liest.
Die Aufforderung dieser Karte ist wohl : Zähmen ohne zu unterdrücken.
pos. Sugg.: Ich spüre meine innere Kraft. Durch meine Bewusstheit lenke ich diese Kraft in schöpferische Bahnen.

Der Eremit

Auf schneebedeckter Höhe steht ein alter Mann. In seiner linken Hand hält er einen goldenen Stab, in seiner rechten Hand eine Laterne, in der ein Stern leuchtet. Er trägt eine graue Kutte mit Kapuze. Seine Augen sind geschlossen.
Wenn sie diese Karte gezogen haben, ist es wahrscheinlich für sie an der Zeit, einmal abzuschalten, zur Ruhe zu kommen, sich auf das Wesentliche zu besinnen und auf den Rat ihres eigenen inneren weisen Alten zu hören. Begeben sie sich mal wieder auf die Reise zu ihren inneren Ratgebern. Der schwarze Stab des
Narren ist zur goldenen Stütze des Weisen geworden. Und damit zeigt uns das Tarot die beiden Weisen, nämlich den Narren und den Eremiten. Nur die Weisheit des Narren ist unbewusst, der Eremit hat erkannt.
Es ist die Karte der Selbsterkenntnis. Es ist eine Phase ihres Lebens angebrochen, in der sie sich um innere Weisheit bemühen, eine Zeit der Innenschau und der spirituellen Suche. Die Augen des Eremiten sind geschlossen, das heisst, der Blick geht nach innen. Ein Blick, vor dem so viele Menschen Angst haben, vielleicht Angst vor dem was aus einer Erkenntnis erwachsen könnte, vor den Konsequenzen. Aber es ist ein Blick den jeder irgendwann einmal tun muss. Leider warten die meisten Menschen damit, bis sie dazu gezwungen werden, z.B. durch einen "Schicksalsschlag" oder eine Krankheit. Aber Schicksal ist auch nur das, was uns das All schickt, und Krankheit ist die dringende Aufforderung unseres Körpers, inne zu halten und zu schauen. Sie werden entdecken, dass solch eine Zeit mit Alleinsein verbunden ist. Wieder ein Wort, vor dem sich viele fürchten, weil sie es mit Einsamkeit verwechseln. Aber Alleinsein heisst: Alles Sein ist Eins. In dieser Erkenntnis gipfelt die Erleuchtung.
Da der Eremit eine Laterne hält, kann er auch für einen Spirituellen Lehrer stehen. Vielleicht ist er schon längst in ihrer Nähe und sie haben ihn noch nicht entdeckt.

Das Rad des Schicksals

Alles wandelt sich und ist einem geheimnisvollen Gesetz unterworfen, das sie erkennen, je näher sie Ihrer Mitte kommen. Die Mitte des Rades spürt die Rotation nicht. Wir erkennen hier das sich drehende Rad des Schicksals. In den vier Ecken der Karte sehen sie die gleichen Symbole, wie auf der Karte Die Welt. Sie stehen für die Vier Elemente: Löwe für Feuer, Vogel für Wasser, Engel für Luft und Stier für Erde. Stab, Kelch, Stern und Schwert.
Auf dem Rad thront die Sphinx mit dem Schwert, Symbol für das Rätselhafte des Schicksals. An der absteigenden Seite des Rades erkennen wir eine Schlange, die den Gott Seth symbolisiert, der den Tod in das Universum gebracht hat. Der Mann mit dem Schakalkopf scheint das Rad zu tragen. Er verkörpert Anubis, der Führer der toten Seelen und Spender neuen Lebens. In dem Rad selbst sehen sie ebenfalls Symbole.Am äußeren Rand vier lateinische und vier Hebräische Buchstaben. Sie können das Wort Tarot lesen, andersherum Tora. Das Tarot enthält die Geheimnisse der alten Schriften.Die vier Hebräischen Buchstaben sind YHVH, der unaussprechliche Name Gottes. Im inneren Kreis finden sie die alchemistischen Symbole Schwefel, Salz, Quecksilber und Wasser, als Symbol für Transformation. Das Zentrum ist frei, weil alles dort hinein mündet.
Die Karte zeigt ihnen die Macht des Kreislaufs aller Dinge, und fordert uns auf, diesen Kreislauf zu akzeptieren. Im Alltagsgeschehen sind wir oft zu fixiert auf die momentanen Vorgänge in unserem Leben, wir sehen nicht mehr "darüber hinaus", wir verstehen vieles nicht: Warum passiert mir das?
Treten wir aber ein Stück zurück und betrachten die Dinge aus einer gewissen Entfernung, so können wir auf einmal Zusammenhänge erkennen, an die wir vorher nie gedacht hätten.
Wenn sie wissen wollen, wie es weitergehen soll, nehmen sie sich die Zeit. Kommen sie zur Ruhe, seien sie Zeuge, ohne Beurteilung oder Bewertung. Schauen sie, sehen sie, erkennen sie. Akzeptieren sie, dass die Dinge sich verändern. Betrachten sie jede Veränderung als ein Geschenk des Schicksals an sie. Das Leben ist Veränderung und ein einziger grosser Lernprozess.
pos. Sugg.: Alles unterliegt dem gleichen Gesetz. Ich nutze diese Gelegenheit, für meine eigene Entwicklung.

 

Die Gerechtigkeit

Auch die Gerechtigkeit sitzt, wie der Hohepriester, zwischen zwei grauen Säulen. Hinter dem Vorhang kann man viel Licht erkennen. Man kann nicht mit Gewissheit sagen, ob es sich bei der Gerechtigkeit um einen Mann oder eine Frau handelt. Die Hände erinnern in ihrer Haltung an den Magier. In der rechten hält der Mensch das zweischneidige Schwert der Entscheidung und der Klarheit, in der linken eine ausgeglichene Waage, als Symbol für innere Ausgeglichenheit. Der purpurne Vorhang ist Symbol für spirituelle Weisheit, das Gelb auf der Karte steht für geistige Kraft. Die Karte der Gerechtigkeit ist auch die Karte der Verantwortung. Erkennen sie, dass sie die Verantwortung haben für alles, was in ihrem Leben geschieht und noch geschehen soll. Zur Verantwortung gehören Entscheidungen und damit sehen sie hier auch die Karte der Entscheidung. In unserem Leben müssen wir uns täglich entscheiden. Meist tun wir das unbewusst und manch einer möchte sich davor drücken. Aber da das Leben aus Entscheidungen besteht kann man sich nicht drücken, notfalls wird ohne uns entschieden. Da unsere Zukunft von den Handlungen, die wir jetzt durchführen, bestimmt wird, ist es ratsam die Entscheidungen bewusst zu treffen. In der Erkenntnis, dass wir durch unser heutiges Handeln unser Morgen bestimmen, liegt ein großartiges Geschenk. Das Grau der Säulen und das Gleichgewicht der Waage zeigen, dass die Gegensätze aufgehoben sind. Es wird nicht mehr geurteilt oder bewertet. Es wird gesehen. Deshalb hat die Gerechtigkeit des Tarot auch, im Gegensatz zu unserer Justitia, die Augen geöffnet. Alles was ihnen jetzt geschieht, hat seine Ursache in der Vergangenheit. Diese Existenz ist gerecht, jeder erhält das, was er sich verdient hat.
pos. Sugg.: Ich übernehme jetzt die bewusste Verantwortung für mein Leben und daraus gewinne ich Klarheit.

Der Gehängte

Ein Mann hängt an einem Bein, seinem rechten, an einem starken Ast. Das rechte Bein gilt als Symbol für die bewusste Entscheidung. Trotz dieser Lage wirkt er entspannt, oder vielleicht deswegen? Dreht man die Zahl XII um, so ergibt sie XXI, dreht man den Mann auf der Karte um, so ähnelt er sehr der Frau auf der Karte der Welt, nur er lässt seine Energie noch nicht heraus, seine Hände hält er hinter dem Rücken, was aber auch heißen kann, dass er momentan auf keinen Fall handeln möchte.
Haben Sie schon einmal daran gedacht, alles von einer ganz anderen Perspektive aus zu betrachten, sozusagen von unten? Wahrscheinlich nicht, denn sonst hätten sie diese Karte nicht gezogen. In dieser Haltung können sie sich entspannen und ihren Kopf leer machen, auch brauchen sie in diesem Moment nicht zu handeln, dadurch wird ihr Bewusstsein befreit. Der Hängende weiß, dass er an den Baum des Lebens gefesselt ist, aber er akzeptiert, er nimmt hin, völlig entspannt und bei klarem Bewusstsein. Nehmen sie sich einmal Zeit und Raum, zu beobachten ohne sich zu identifizieren. Gewinnen sie Abstand, seien sie Zeuge. Ihre Urteile und ihre Bewertungen halten sie gefangen. Durch den gewonnenen Abstand schaffen sie sich Platz, frei von üblichen Bewertungen und Denkmustern ihr Leben auf eine völlig neue Art und Weise zu erleben. Zugegeben, auf den ersten Blick betrachtet sieht diese Position sehr unbequem aus und in Wahrheit ist sie das auch manchmal, vor allem wenn man sich aus dieser Position selbst betrachten muss. Plötzlich seinen Anteil an seiner Situation entdeckt.
Diese Karte drückt auch aus: "Dein Wille geschehe" und nicht mehr "mein Wille".
Pos. Sugg.: Entspannt betrachte ich auch die andere Seite meiner momentanen Situation. Hieraus erwachsen ganz neue Dimensionen meines Seins.

Der Tod

Der Tod wird meist als Skelett dargestellt und symbolisiert damit die Ewigkeit. Das weiße Pferd stellt die Reinheit dar. Das Gesicht vieler Toter wirkt rein. Er trägt ein schwarzes Banner mit der mystischen weißen Rose darauf, als Zeichen der Aufhebung aller Gegensätze. Vor dem Tod sind wir alle gleich. Aber wir erkennen auch den Fluss des Lebens im Hintergrund. Die einzigen die auf dieser Karte den Tod annehmen, ist der Bischof und das Kind, ihr Glaube und ihre Unschuld. Das Ego, der König ist gestorben und die Frau, ihre Emotionen, wendet sich ab. Sich abzuwenden nutzt in den wenigsten Fällen etwas, am allerwenigsten aber beim Tod.  Mit dieser Karte sind sie an einem entscheidenden Punkt in ihrem Leben angelangt. Vielleicht müssen sie etwas loslassen, von etwas Abschied nehmen. Jeder Abschied ist ein kleiner Tod. Aber jedes Sterben birgt gleichzeitig schon den Neubeginn in sich. Uns fällt es oft so schwer loszulassen, weil wir eine falsche Einstellung zum Tod haben. Den Tod ignorieren wir, so lange es irgend geht. Mit der Möglichkeit, dass wir sterblich sind, beschäftigen  wir uns dann erst, wenn er an unsere Tür klopft. Bis dahin tun wir alles, um ihn zu verdrängen. Unsere Alten stecken wir in Altersheime, die auch Sterbeheime heißen könnten. Die Konsumgüter unserer Gesellschaft gaukeln uns ewige Jugend vor. Diese Karte fordert uns auf, den Tod einmal von einer ganz anderen Seite aus zu betrachten. Meditieren sie über den Tod, über den Wandel der Dinge, über die Vergänglichkeit.- Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.- (Psalm 90,12) Sie werden spüren, erst wenn sie das Alte losgelassen haben, haben sie gleichzeitig Raum für das Neue geschaffen. Eine großartige Erkenntnis ist die, dass es gar keinen Tod gibt. Dass alles nur ein großer, ewiger Kreislauf ist. Stellen sie zum Beispiel ein Samenkorn vor. . Es muss sterben, damit das Korn heranreifen kann, es ist damit aber noch nicht tot. Das Korn wird geschnitten, es ist aber noch nicht tot. Es wird gedroschen, ist aber immer noch nicht tot, es wird gemahlen und ist immer noch nicht tot. Es wird geknetet und ist immer noch nicht tot. Es wird fast verbrannt und ist immer noch nicht tot. Es wird geschnitten und ist immer noch nicht tot. Es wird gegessen und spendet Leben.
Pos. Sugg.: Ich erkenne den Wandel in Allem ich bin bereit loszulassen und dem Neuen offen zu begegnen.

Die Mäßigkeit

Der Engel hat höheres Wissen erlangt, das zeigt uns sein strahlendes drittes Auge. Dieser Engel hat einen Weg gefunden, verschiede Seiten des Lebens in richtigem Verhältnis zu mischen. Vielleicht das Berufsleben mit dem Privatleben, oder die ernste mit der humorvollen Seite.
Für viele Menschen scheint das unmöglich zu sein. Aber dass auch das "Unmögliche" möglich ist, zeigt uns der Engel mit der Position der Kelche. Normalerweise kann so etwas nicht gehen. Das Wasser steht also hier für die Lebensenergien im Allgemeinen. Das Element des Wassers kann aber auch Symbol für ihre Gefühle sein. Viele Kinder haben gelernt, dass es besser ist, Mutters Liebling oder Vaters Engel zu sein. In der Regel war man das, wenn man lieb und artig war. Wenn man mit seinen Emotionen behutsam umgegangen ist, nur die erwünschten Gefühle gezeigt hat. Und ein Kind merkt sehr schnell, welche Gefühle erwünscht sind und welche nicht. Nur, immer klappt das natürlich nicht und allzu oft erfolgt die Strafe auf dem Fuß. So haben wir gelernt, mäßig zu sein, nichts zu verschütten. Sehr oft wird diese Karte auch von jemandem gezogen, der sehr viel Zeit aufwendet, die Dinge abzuwägen, das Für und Wider einer Situation unter Umständen so lange zu bedenken, bis die Situation schon längst nicht mehr gegeben ist. Denn das Leben ist ein ständiger Fluss, der uns auffordert Mitzufließen. Die Karte der Mäßigkeit kann ihnen aber noch einen anderen wichtigen Hinweis geben. Die Situation, für die sie diese Karte ziehen, ist wie geschaffen dazu, sie in Harmonie zu bringen. Es zwischen oben, dem Bewusstsein, und unten, dem Unbewussten, fließen zu lassen. Sich bewusst darüber zu werden, dass alles ineinander fließt. Frieden mit ihren inneren sich widerstrebenden Regungen zu schließen, sich schließlich umzudrehen und zu sehen, dass der Weg ins göttliche Licht führt.
Pos. Sugg.: Ich gelange jetzt zu innerer Harmonie. Ich erkenne mein Göttliches Selbst. Ich akzeptiere meine Gefühle und vertraue mich dem Strom des Lebens an.

Der Teufel

Ein Bild, das den Betrachter zunächst einmal erschrecken lässt. Auf der Karte sehen wir die Liebenden wieder und auch die Quersumme dieser Karte ergibt die Karte der Liebenden, nämlich die VI. Was also hat der Teufel mit den Liebenden zu tun? Die Liebenden haben sich einer anderen Kraft untergeordnet. Auf der rechten Hand des Teufels ist das Zeichen des Saturns zu erkennen, des Planeten, der für Beschränkung und Einengung steht. Mann und Frau auf der Karte haben diese Beschränkung bewusst gewählt, die Ketten sind lose, aber sie verbinden die beiden nur durch den Sitzblock des Teufels. In ihren Gesichtern und ihrer Körperhaltung ist auch weder Schmerz noch große Unzufriedenheit zu erkennen, vielleicht Langeweile.
Aus den Erfahrungen in der Psychotherapie wissen wir, dass es für viele Menschen unangenehmer ist, die Ketten abzustreifen als sie zu behalten. Denn immerhin hat man sich irgendwie mit ihnen arrangiert. Und das Abstreifen der Ketten bringt sehr viele Konsequenzen mit sich, vieles ist zunächst einmal unbequem. Deshalb ist der Teufel ja auch der große Verführer, der uns immer wieder einflüstert, wie gut wir es doch haben. Die Schwänze der Beiden weisen auf die tierische Natur hin, das heißt, sie haben ihr menschliches Bewusstsein noch nicht entdeckt. Sie schauen sich auch nicht an, jeder blickt vor sich hin, sie sind zwar zusammen, aber doch alleine. Das Bild vieler Partnerschaften, besonders solcher, die aus Abhängigkeiten bestehen. Genau das geschieht, wenn wir uns an irgendeine Macht binden. Wenn sie sich aus dieser Macht lösen wollen, müssen sie sich der Wirklichkeit stellen. Oft ist es die Macht eigener negativer Gedankenmuster, hier vielleicht ihre Gedankenmuster über Liebe und Sexualität. Da jeder Gedanke die Tendenz hat, sich zu materialisieren, ist es höchste Zeit, sich seiner Gedanken bewusst zu werden. Das meiste, von dem, was uns den ganzen Tag durch den Kopf geht, ist der Verstandeskontrolle entzogen, es fällt sozusagen ungefiltert auf einen fruchtbaren Boden. Fast genauso ergeht es uns mit den Worten, die wir aussprechen. Jedes Wort aber ist schon materialisierter Gedanke und damit Verursacher von Wirkungen. Ein Sprichwort sagt: Eher kehrt ein Pfeil zum Bogen zurück, als ein gesprochenes Wort zum Munde.Überprüfen sie also, welchen Gedanken sie Macht geben.
Im Hintergrund der Karte fehlt jedes Licht und die Energie, die Fackel, wird zur Erde gelenkt. So ist man also nicht in der Lage, die Wahrheit zu sehen. Das umgekehrte Pentagramm auf dem Kopf des Teufels deutet auf schwarze Magie hin, auf den Missbrauch von Macht. Der Teufel fordert uns aber auch auf, uns mit unserer dunklen Seite zu beschäftigen, sie uns anzuschauen. Erst durch das Akzeptieren unserer Schattenseiten werden wir vollkommen sein.
pos. Sug.: Mein Bewusstsein richtet sich auf das, was ich aussende. Ich befreie mich von allen Ketten.

Der Turm

Ein Mann und eine Frau stürzen aus dem vom Blitz getroffenen Turm. Zwar zerstört dieser Blitz etwas, er gibt aber dadurch Gelegenheit, etwas neues aufzubauen. Da es sich um einen Mann und eine Frau handelt, wird hier in gewisser Weise auch die Dualität aufgehoben und dazu ist sicherlich sehr viel Energie nötig. Wie beim Teufel ist die Hintergrundfarbe Schwarz. Das heißt, die Ursache des Blitzes kommt aus unbewussten Seiten des Selbst. Ursache sind Dinge, die Sie sich bisher nicht angeschaut haben. Meistens sind äußere Ereignisse nötig, um gekrönte Häupter zu stürzen. Oft die beste Voraussetzung für einen neuen Anfang. Dabei können die gekrönten Häupter durchaus auch ihre alten, eingefahrenen Gedankenmuster sein, Ihre alten vielleicht nie überprüften Glaubenssätze über sich selbst, über andere, über das Leben. Akzeptieren sie dieses momentane Ereignis und nutzen sie die Chance alte Vorurteile zu überprüfen und dadurch zu einer neuen Ein-sicht der Dinge zu kommen. Wir alle tragen einen inneren Richter in uns und dieser Richter ist meistens noch nicht einmal unser eigener. Er ist der Richter unserer Eltern, unserer Lehrer, unserer Pfarrer usw. Dieses Ereignis mag Ihnen helfen, diesen Richter liebevoll zu entlassen. Die Karte der TURM mag auf den ersten Blick erschreckend sein, sie sich genau anzuschauen, birgt die Gelegenheit für deine Entwicklung. Die Karte kann auch für einen Geistesblitz stehen, der das bisher so sichere Lebensgebäude zum Bröckeln bringt. Das was sie aufgebaut haben, war nicht echt.
Die gekrönten Häupter können auch ihre Eltern darstellen, die bisher einen starken Einfluss auf ihr Leben gehabt haben. Jetzt haben sie die Möglichkeit, wirklich frei zu werden. Auch das Samenkorn muss zerstört werden, damit der Baum wachsen kann.
Pos. Sugg.: Ich erkenne das Geschenk in jeder Situation, ich weiß die Wahrheit liegt hinter den Dingen. Dies alles macht mich stark.

Der Stern

Eine nackte Frau kniet am Ufer eines Sees. Aus zwei Krügen gießt sie Wasser, einmal in den See, ein anderes mal auf die Erde. Die Landschaft ist fruchtbar. Mit ihrem rechten Fuß hat sie Kontakt zum Wasser, mit dem linken Fuß zur Erde.
Auf einem Baum hinter der Frau ist ein Vogel zu erkennen. Natürlich ist es kein Zufall, dass der Stern in der Reihenfolge hinter dem
Turm und vor dem Mond kommt. Es ist sozusagen die Ruhe nach dem Sturm. War der Turm oft Ausdruck einer schmerzhaften Erfahrung, so ist im Stern auch symbolisch die Zeit der Trauer und der Tränen dargestellt. Den Seefahrern aller Zeiten haben die Sterne den Weg gewiesen und vielen Menschen auf dem Weg der Selbstfindung waren ihre Tränen wertvolle Wegweiser und auch Reiniger. Wasser und Tränen reinigen und bringen Klarheit.  Wie der Engel auf der Karte der Mäßigkeit hält diese Frau zwei Krüge, doch während der Engel sehr kontrolliert mit dieser Energie umging, ist diese Frau völlig frei. Sie ist nackt und sie verschüttet das Wasser. Diese Frau schöpft aus dem Vollen, und es scheint unendlich viel da zu sein.
Für denjenigen, der diese Karte gezogen hat, heißt es jetzt auch, seine schöpferischen Energien fließen zu lassen, kreativ zu sein. Der Vogel auf dem Baum ist ein Ibis, ein Symbol für den Ägyptischen Gott Thoth, der als der Erfinder der Künste galt. Dass von dieser Energie unendlich viel da ist, zeigen auch die Sterne auf der Karte. Es sind acht acht-zackige Sterne, und die Zahl Acht ist Symbol der Unendlichkeit.
Machen sie es wie die Frau des Sternes, deren einer Fuß im Wasser, der andere auf der Erde ruht. Haben sie Kontakt zu ihrem Unbewussten und zu ihrem Bewussten. Wenn sie mit dieser Karte meditieren, werden sie ihre heilende Wirkung spüren.
pos. Sugg.: Ich bin heil und ganz. Ich lasse geschehen. Mein Leben ist ein kreativer Prozess

Der Mond

Der Mond übte seit je her eine Anziehung und Faszination auf uns Menschen aus. Auch heute erkennt man sogar von der so genannten Naturwissenschaft mehr und mehr seine Wirkung, auf unsere Lebensabläufe, und andere Vorgänge in der Natur. Er ist nicht nur Verursacher von Ebbe und Flut. Man hat auch wieder entdeckt, dass Pflanzen, während einer bestimmten Mondphase gesät, besser gedeihen. Auch viele Menschen spüren die Wirkung des Mondes. Sie schlafen bei Vollmond unruhiger, der Verbrauch von Alkohol steigt in Vollmondnächten, als wenn der Mond alles Flüssige anziehen würde. Schlafwandler sind besonders bei Vollmond aktiv. In vielen Mythen und Sagen spielt der Mond eine große Rolle. Auf dieser Karte bellen zwei Hunde den Mond an. Zwischen ihnen ist ein Weg, der vom Wasser, dem Unbewussten, zu den Bergen der Erkenntnis führt. Ein Krebs kommt aus dem Wasser und betritt diesen Weg. Der Weg führt zwischen zwei Türmen hindurch. Es ist die Karte der Sehnsucht. Sie haben sich, wie der Krebs, auf den Weg gemacht, der sie zu Bewusstheit und Einsicht führen kann. Das Bild wird durch den Weg in zwei Hälften geteilt. Auf jeder Seite sitzt ein Hund. Betrachtet man die linke Seite als die Gefühlsseite und die rechte als Verstandesseite. so ist ihr Gefühl schon mehr dem Neuen, noch unbekannten, Geheimnisvollen zugewandt. Der Hund auf der rechten Seite, der Verstand, schaut noch recht kritisch und bissig. Wenn sie mehr und mehr Vertrauen in die Kraft und das Potenzial ihres wahren Selbst gewinnen und sich mehr und mehr von ihrer Intuition leiten lassen, dann werden sie die Erfahrung machen, dass ihr Unbewusstes nur für sie da ist. Sie werden nur noch die Situationen ihres Lebens als "Für sie Situationen" erkennen. Der Krebs symbolisiert diesen Schritt. Er verlässt sein Element und wagt sich an Land. Er macht einen neuen Schritt. Der "Mondweg" ist ein schöpferischer Weg, voller Offenbarungen. Auf dieser Reise werden sie mächtige und tiefe Erfahrungen machen. Da der Mond die dunkle Hälfte des Tages beleuchtet, kann es sich bei diesen Erfahrungen auch um unsere dunklen Seiten, unsere Schattenseiten handeln. Teile in uns, die wir bisher nicht sehen wollten, nur in anderen gesehen haben. Es handelt sich vielleicht um Dinge, die wir verdrängt haben, die aber jetzt mit aller Macht ans Licht und damit ins Bewusstsein drängen. Wenn diese Karte auftaucht, ist es Zeit diesen Weg zu gehen. Das Tarot sagt ihnen, dass jetzt die Zeit reif ist, und dass sie auch die Kraft haben, diesen Weg zu gehen. Der Mond bescheint auch unseren Schlaf und damit unsere Träume. Ein Hinweis für sie, ihre Träume wichtig und ernst zu nehmen. Um zu Bewusstheit zu gelangen, muss der Wanderer diesen Weg gehen, aber damit ist er auch kurz vor seinem Ziel, wie die Zahl 18 der Karte uns mitteilt.
pos. Sugg.: Ich schaue mir meine Wahrheit an. Ich akzeptiere auch meine dunklen Seiten und weiss, dass ich dadurch zum Licht gelange.

Die Sonne

Ein nacktes Kind reitet freihändig auf einem weißen Pferd. In seiner linken Hand hält es eine Fahne. Das Kind macht einen glücklichen Eindruck. Hinter ihm steht eine graue Mauer, über der Sonnenblumen blühen. Das Ganze wird von einer großen Sonne beschienen. War eben noch vieles Dunkel, so ist aus dem Akzeptieren und dem Erkennen Licht geworden. Eine alte Erfahrung zeigt, dass auf schwierige Zeiten gute folgen, und nach der Mythologie wurde Apollo, der Gott des Lichtes, von Leto, der Göttin der Nacht, geboren. Jetzt ist es hell. Hinter uns liegt die graue Mauer, und selbst sie wird durch die Sonnenblumen verschönert. Jeder kann diese Erfahrung machen. Rückblickend sieht vieles ganz anders aus und wenn wir es bewusst durchlebt haben und die Wichtigkeit der Situation anerkannt haben, dann scheint auch über der Vergangenheit die Sonne. Mit dieser Karte sagt ihnen auch ihr inneres Kind: Danke. Irgendetwas tut ihm gerade gut. Sie werden es genau wissen. Wenn wir bereit sind, so wie das Kind, offen und ohne Vorurteile durch unser Leben zu gehen, machen wir uns das größte Geschenk.
Damit sind wir auch losgelöst von Erwartungen und Wünschen. Nicht mehr hierin verhaftet zu sein bedeutet, eine stärkere Verbindung zur Einheit allen Lebens zu haben. Wer diese Karte lebt, wird die Stelle der Bibel verstehen, die sagt.: Es sei denn, dass ihr euch umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. (Matthäus 18,2) Die Sonne ist Spenderin allen Lebens. Sie scheint auf alles und jeden. Sie macht keine Unterschiede, so wie die Kinder. Das weiße Pferd verkörpert auch die Sexualität. Das Tarot empfiehlt uns hiermit, ein ganz natürliches Verhältnis zu unserer Sexualität zu haben. Das Kind auf der Karte hat offensichtlich Freude an seiner Sinnlichkeit. Die Sonne ist eine Glückskarte, die sagt, dass einem bewussten Menschen alle Möglichkeiten offen stehen. Diese Karte symbolisierte schon oft einen großen Durchbruch, ein Gefühl von Freiheit und den Beginn eines Weges in Bewusstheit und Klarheit. Da die Sonne das Aktive, das Schöpferische repräsentiert und der Mond das Rezeptive, sind sie mit dieser Karte am Anfang einer tatkräftigen Phase.
pos. Sugg.: ich bin frei geboren, um frei zu leben. Das erkenne ich jetzt in seiner ganzen
Wahrheit.

Das Gericht

Diese Karte heißt "Gericht" und zeigt das "Jüngste Gericht", oder die Auferstehung, und damit ist es auch die Karte der Erlösung. Erlösung vom Verhaftetsein, vom Gebundensein an die Erde, an die Materie, aber auch vom Verhaftetsein im Dunkeln, d.h. im Unbewussten. Ein Engel bläst die Fanfare und die Menschen stehen auf aus ihren Gräbern, aus dem Dunkel ins Licht, nackt und mit geöffneten Armen, bereit anzunehmen, was immer von dort kommen mag. Es kann sein, dass in ihrem Leben eine Phase beginnt, in der sie vieles völlig anders betrachten als früher, sozusagen eine neue Sichtweise der Dinge. Das Kreuz auf der Fahne des Engels bedeutet die Vereinigung von Gegensätzen. Oft scheint es so zu sein, dass nur diejenigen den göttlichen Funken spüren können, die viel Leid erfahren haben und aus diesem Leid bereit waren zu lernen. Viele werden erst durch Leiden demütig und diese Demut öffnet die Tür zum Göttlichen. Diese Karte machte schon vielen Menschen Mut, denn eine Aussage ist auch, dass sogar der Tod nicht endgültig ist und dass es sich sogar lohnen kann einen Tod zu leben. Ja, sie lesen richtig, einen Tod kann man leben und es ist sogar recht sinnvoll, dies einmal auszuprobieren. Eine Übung, die du auch für dich alleine zu Hause machen kannst. Stell die einmal vor, du hättest noch zwei Stunden zu leben. Was möchtest du noch alles tun, was noch alles erledigen, lasse dich überraschen, welche Gedanken kommen, welche Gefühle, welche Wünsche.
In einem Ferienseminar machten wir in der Gruppe diese Übung. Einige von uns gingen zum Meer, setzten sich dort hin und ließen ihr Leben an sich vorüberziehen. Andere schrieben Abschiedsbriefe an Freunde und Angehörige, wieder andere gingen zum Tanzen. Für jeden der Teilnehmer gehörte diese Übung zu den wichtigsten des Seminars.
Pos. Sugg.: Ich erkenne die Ursache meines Leides und ich lerne daraus. Ich bin bereit, diese Lehre anzunehmen. Mein neuer Weg beginnt jetzt.

 

Die Welt

Hatte der Magier einen Stab, die Welt hat zwei Stäbe, und es scheint so, als benutze sie diese Stäbe, um sich auszubalancieren.
Freiheit, Weisheit, Kraft und Selbstsicherheit; was brauchen Sie mehr in dieser Welt, sie können sich in Harmonie in Ihrer Welt bewegen. Sie sind Teil dieser Existenz. Auf eine bestimmte Frage gezogen heißt die Antwort Ihres Unbewussten, dass Sie starke Helfer haben, die sie bei ihren Unternehmen unterstützen. Die vier Symbole der Karte des
Schicksals tauchen wieder auf.  Sie können auch Schutzgeister sagen. Der Löwe, als Symbol der Macht, der Stier, als Symbol der Kraft, der Adler, als Symbol der Freiheit und der Fähigkeit die Dinge zu überschauen und der Engel als Symbol der Weisheit und der göttlichen Liebe. Mit der Karte der Welt sind sie am Ende der Reise durch die großen Arkana angekommen. Das Ziel der Reise gipfelt in der Erkenntnis, ALLES IST EINS. In der Körperhaltung erinnert die Welt an den Gehängten, nur diesmal "richtig" herum. Sie hat die entspannte Haltung so verinnerlicht, dass sie zur eigenen ganz natürlichen Einstellung geworden ist.  Zu dieser Karte fällt mir immer das wunderbare Lied von Klaus Prünster ein. Es heißt: "Wunderwelt". Die Welt ist so, wie Sie sie sehen. Riskieren sie es einfach einmal, aus sich herauszugehen, zu tanzen, zu singen und zu feiern. Es wäre zu wünschen, dass sich jeder zu seiner ganz persönlichen Welt bekennen kann, sich die Freiheit nehmen kann für "seine" Welt zu leben.
Pos. Sugg.: Ich erschaffe mir meine eigene Welt. In dieser Welt lebe ich entspannt in vollkommener Harmonie.